Steckbrief
Landesinnungsverband des Zimmerer- und Holzbaugewerbes Baden-Württemberg (Holzbau BW)
Das Projekt ist beendet und die Kurzstudie kann hier heruntergeladen werden.
Achim Fuderer (Holzbau BW)
Simon Hiller (FSTI)
Worum geht es?
Die Kurzstudie untersucht, wie digitale Lösungen das Teilen von Personal- und Produktions-kapazitäten im Holzbau unterstützen kann. Auf Basis einer entwickelten Taxonomie werden zentrale Anforderungen, Hemmnisse und mögliche Gestaltungspfade aufgezeigt. Im Fokus stehen Vertrauen, rechtliche Klarheit, einfache Nutzbarkeit und ein erkennbarer wirtschaft-licher Mehrwert für Betriebe.
Motivation des Projekts
In unserem Erfahrungsaustausch für Kooperationen für größere Projekte kam der Wunsch nach einem einfachen Austausch von Maschinenkapazitäten und personellen Kapazitäten auf. Mithilfe von Herrn Hiller soll nun überprüft werden, inwieweit eine digitale Lösung hier sinnvoll sein kann.
Wie können interessierte Betriebe weitere Informationen erhalten?
Am Ende des Projekts veröffentlicht das Ferdinand-Steinbeis-Institut einen Leitfaden mit Handlungsanweisungen.
Ergebnisse der Kurzstudie
Die Kurzstudie zeigt: Das Teilen von Personal-, Maschinen- und Produktionskapazitäten bietet für Holzbaubetriebe großes Potenzial. Freie Ressourcen könnten besser ausgelastet, kurzfristige Engpässe abgefedert und auch die gemeinsame Bearbeitung größerer Projekte erleichtert werden.
Bislang entstehen solche Kooperationen häufig über persönliche Kontakte und bestehende Netzwerke. Digitale Lösungen könnten diese Zusammenarbeit strukturierter, transparenter und effizienter gestalten. Entscheidend ist jedoch, dass sie sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Betriebe orientieren.
Drei mögliche Entwicklungspfade
Auf Basis von zwölf Experteninterviews und einer systematischen Analyse wurden drei mögliche Gestaltungspfade für digitale Kooperationslösungen entwickelt:
- Lokale Lösung für kurzfristige Engpässe
Eine einfache, regional ausgerichtete Lösung kann Betriebe kurzfristig miteinander verbinden – beispielsweise wenn Personal ausfällt oder einzelne Leistungen ausgelagert werden müssen. Bestehende Vertrauensbeziehungen und regionale Netzwerke spielen hierbei eine zentrale Rolle. - Überregionale Maschinen- und Produktionskapazitätsbörse
Freie Maschinen- oder Produktionskapazitäten könnten überregional sichtbar und gezielt vermittelt werden. Damit ließen sich vorhandene Ressourcen besser auslasten und passende Kapazitäten beispielsweise für größere Aufträge schneller finden. - Integriertes Kapazitäts- und Kompetenznetzwerk
Ein umfassender Ansatz geht über die reine Vermittlung hinaus: Betriebe könnten dauerhaft zusammenarbeiten, Ressourcen teilen, Projekte koordinieren, Wissen austauschen und gemeinsam größere Aufträge bearbeiten.
Was für eine erfolgreiche Umsetzung wichtig ist
Die Untersuchung macht deutlich, dass technische Funktionen allein nicht ausreichen. Für die Akzeptanz digitaler Kooperationslösungen sind insbesondere vier Faktoren entscheidend:
- Vertrauen zwischen den beteiligten Betrieben
- klare rechtliche Rahmenbedingungen, etwa zu Haftung, Datenschutz, Arbeitssicherheit und Abwerbeschutz
- eine einfache und intuitive Nutzung, die sich in bestehende Arbeitsabläufe integrieren lässt
- ein klar erkennbarer wirtschaftlicher Mehrwert gegenüber der bisherigen Abstimmung über persönliche Kontakte und Telefon
Besonders erfolgversprechend erscheint deshalb ein schrittweises Vorgehen: zunächst mit überschaubaren Pilotanwendungen, bekannten Partnern und klar definierten Anwendungsfällen. Auf dieser Basis können Erfahrungen gesammelt, Akzeptanz geprüft und mögliche Lösungen anschließend weiterentwickelt werden.
Fazit
Die Studie zeigt, dass es nicht die eine digitale Lösung für das Teilen von Kapazitäten im Holzbau gibt. Je nach Bedarf, Reichweite und Kooperationsform sind unterschiedliche Modelle sinnvoll. Richtig ausgestaltet können digitale Lösungen jedoch dazu beitragen, Ressourcen effizienter zu nutzen, Betriebe flexibler zu machen und die Zusammenarbeit innerhalb der Holzbaubranche langfristig zu stärken.